Die Brücke – Bruck – Schwabbruck
Brücken der Gemeinschaft
Um die Schönach zu überqueren, mussten unsere Vorfahren an geeigneter Stelle eine Brücke bauen. Sie nannten den Ort „Bruck“, daraus wurde später Schwabbruck.
Seit 900 Jahren gibt es nun unser Dorf – ein Grund zu feiern, aber auch ein guter Anlass, ein Kreuz zu bauen, aufzustellen und zu segnen.
Das Feldkreuz im Dorfgarten wurde 2026 von Franz Beer und Markus Waldhör gefertigt und von Pfarrer Johannes Huber am 02.08.2026 gesegnet.
Es ist ein Zeichen des Glaubens und der Hoffnung. Der Längsbalken symbolisiert die Verbindung zu Gott, der Querbalken steht für die Gemeinschaft zwischen den Menschen.
Durch gute Zusammenarbeit mit wertvollen Begegnungen ist dieses Kreuz von der Planung über den Bau bis hin zur Aufstellung und Segnung entstanden und will jetzt unser Leben begleiten. Im Miteinander von Gemeinde und Pfarrei sowie die Unterstützung von Personen und Firmen wurde eine gute Brücke der Gemeinschaft im Dorf gebaut.
Durch gespendetes Material und Arbeitsstunden haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet:
Osenstätter Holz und Furnier, Schongau
Bauspenglerei Möst, Burggen
BMT Blech- und Maschinenbautechnik, Peiting
Thomas Heiland Metallbau, Altenstadt
Lang & Haberstock Kies – Beton – Recycling, Altenstadt
Nicht nur eine Brücke braucht ein gutes Fundament, auch das neue Feldkreuz im Gemeindegarten. Diese Aufgabe wurde von Gottfried Rößle übernommen.
Für die Gestaltung der Infotafel neben dem Kreuz hat sich Gerald Siegl bereit erklärt.
Schwester Antonella aus Pirmasens stellte den Christus zur Verfügung.
„Vergelt´s Gott“
allen, die zum Bau und zur Errichtung
dieses Kreuzes beigetragen haben.
Interessante Hintergründe zur Entstehung des Kreuzes sollen den Beitrag für die Homepage abrunden:
Markus Waldhör hatte im Winter 2025 den Gedanken, anlässlich der 900-Jahr-Feier ein Feldkreuz für den Gemeindegarten anzufertigen. Auf die Frage, ob Franz Beer ihm dabei behilflich sein möchte, kam sofort eine Zusage. Beide haben jeweils bereits Kreuze gebaut oder restauriert und dies auch schon in Zusammenarbeit.
Warum baut man ein Feldkreuz?
Die Errichtung eines Feldkreuzes kann verschiedene tiefere Bedeutungen haben. Es ist ein Bekenntnis des Glaubens, es gibt Orientierung bei der Suche nach dem richtigen Weg, es steht zum Gedenken oder bringt Dankbarkeit zum Ausdruck.
900 Jahre – Dankbarkeit für ein gutes Leben in unserem Dorf.
Franz lebt seit 24.07.2007 mit einem Spenderherz. Dadurch wird ihm, aber auch uns allen bewusst, dass das Leben keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Geschenk. An einem der Tage, an dem die beiden in der Werkstatt der Familie Waldhör an dem Kreuz gearbeitet haben, war der „Tag der Organspende“. Zufall, sagen die einen, eine schöne Fügung, meinen die anderen.
Warum baut man ein Feldkreuz?
Es ist weder ein Projekt noch ein Punkt auf einer Agenda. Es ist eine
Entscheidung, bei der man sich von Gefühlen und Empfindungen des Herzens leiten lässt.
Ein Feldkreuz braucht natürlich einen Korpus. Maria Meichelböck hat bei ihrer Schwester in Pirmasens angefragt und Schwester Antonella konnte einen Christus zur Verfügung stellen.
Schwester Antonella ist in Schwabbruck als Tochter von Rosalia und Anton Weber aufgewachsen. Als junge Frau ging sie zu den Mallersdorfer Schwestern, eine Ordensgemeinschaft, die zu dem „Orden der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“ gehören. Sehr wichtig war ihr, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und sie zu unterstützen. Es ist ihr eine Ehre und besondere Freude zur Errichtung eines Kreuzes mit beitragen zu dürfen.
Über die Vorgeschichte des bisherigen Kreuzes mit diesem Christus konnte sie leider nicht viel in Erfahrung bringen. Sicher ist, dass das Kreuz aus dem Nardinihaus in Pirmasens kommt.
Pfarrer Dr. Paul Josef Nardini hat 1855 in Pirmasens den o.g. Orden gegründet. Zugleich hat er das damalige „Armenkinderhaus“, den Ursprung des heutigen Nardinihauses, ins Leben gerufen. Mit tiefem Gottvertrauen hat er sich für die Menschen in Not eingesetzt, besonders für Kinder und Kranke und wurde dabei von den Schwestern seines Ordens unterstützt.
Zum Ende des Krieges 1944 und 1945 wurde Pirmasens sehr hart getroffen. Auch das Nardinihaus fiel den Bomben zum Opfer. Das Heim und auch die Kinderklinik wurden rasch wieder aufgebaut. Es wird vermutet, dass das Kreuz in dieser Zeit als Schenkung in das Nardinihaus kam. Für kranke Kinder, besorgte Eltern und auch den pflegenden Schwestern wurde es ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes.
Nachdem 1988 die Kinderklinik in das neue städtische Krankenhaus umgezogen war, wurde das Gebäude von der Kinderpsychiatrie übernommen.
Da die Kinderpsychiatrie weltlich geführt wurde, musste alles geräumt werden. Das Kreuz wurde an die Schwesternschaft übergeben.
Schwester Antonella freut sich, dass dieser Christus nun in ihrer Heimatgemeinde ist und er wieder ein Zeichen der Hoffnung und der Liebe Gottes allen Menschen gegenüber sein kann.
Sie wünscht denjenigen, die die Fertigstellung und das Aufstellen des Kreuzes übernommen haben, den besonderen Segen Gottes und allen Schwabbruckern Freude und Frieden, wie es nur Gott schenken kann.
Durch den Christus wurde eine Brücke in ihre Heimat geschlagen, auf die sie voll Dankbarkeit zurückblickt.
Dieses Kreuz, wie alle Feldkreuze in und um unser Dorf, laden ein zum Verweilen, Ausruhen und Innehalten, zum Beten, Danken und Bitten:
Herr,
schütze unser Dorf
und erhalte die Brücken der Gemeinschaft
„Uns gibt`s, weil`s Brücken braucht!“
Dieser Gedanke hat die 900-Jahr-Feier begleitet und kann Aufgabe für ein ganzes Leben sein.
